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Buchrezension: Ulrich Deupmann, Die Macht der Kinder!

 Barbara Hofmann-Huber schreibt im Coachingbüro-Blogvon Barbara Hofmann-Huber am 25. Juli 2005

Dieses Buch transportiert eine Botschaft und begründet sie mit viel Sachverstand und Humor. Der aktuelle Wahlkampf greift das Thema der Familienpolitik erstmals auf, das macht dieses Buch sehr aktuell. Zentrales Anliegen des Autors ist es, die gute Ausbildung von Kindern in den Blickpunkt zu rücken. Deutschland, so seine These, hat in der globalisierten Welt nur eine wirtschaftliche Perspektive als Wissensgesellschaft. Ulrich Deupmann verknüpft damit die Themen, Kinder als Füller von Rentenlöchern und Sozialkassen zu sehen, und Kinder als Quelle des wirtschaftlichen Reichtums zu entdecken. Beides setzt die Förderung der Bildung aller Kinder voraus.

Das Buch ist sehr gut recherchiert, anschaulich geschrieben und will viele Themenfelder abzudecken – das gelingt.

Was braucht es, um die Vereinbarkeit von Beruf und Familienverantwortung zu meistern, ohne das auf Kosten der Bildung der Kinder (sachlich und emotional) zu tun? Der Anspruch, die Kinder immer selbst zu fördern, erschwert nach Ansicht des Autors im gebildeten Milieu eine Entscheidung für Kinder. Er macht deshalb Mut, Kinder zu haben und sie durch qualifizierte Personen fördern zu lassen. Er vergleicht Modelle in Frankreich und Skandinavien mit den aktuellen deutschen Strategien und macht konkrete und sachkundige Vorschläge. Die deutsche Angst vor der Familienpolitik stellt Ulrich Deupmann in einem Exkurs über das bevölkerungspolitische Erbe des „Dritten Reiches“ in einen kritischen sachlichen Kontext.

Der Autor plädiert für eine aktive Bevölkerungspolitik – in Verbindung mit qualifizierten Betreuungsangeboten. Er bezieht sich auf den aktuellen Forschungsstand zur frühkindlichen Entwicklung. Kinder brauchen vielseitige und vor allem qualifizierte Anregungen und zwar durch Menschen, d.h. kleine Betreuungsgruppen. Je jünger die Kinder sind, desto wichtiger ist das. Ulrich Deupmann grenzt sich hier jedoch deutlich gegen einen zu frühen Leistungsdruck ab. Zu Recht weist er darauf hin, dass es der Mangel an Angeboten ist, der Kinder zu Lernmuffeln macht. Deupmanns eigene Freude am Leben mit Kindern schwingt in diesem Buch mit und stimuliert daher sein Anliegen: macht Kinder!

S. Fischer Verlag 2005
ISBN 3-10-013810-4

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